So ermittelst du den Speicherplatz in Linux
Wenn ich auf einem Linux-System Speicherprobleme habe, will ich keine Theorie. Ich will sofort wissen: Wie voll ist das System? Welches Dateisystem ist betroffen? Welche Ordner ziehen den meisten Platz? Genau darum geht es hier. Ich zeige dir die Befehle, mit denen ich den Speicherplatz in Linux schnell und sauber ermittelst du den speicherplatz in linux kannst.
1. Den freien Speicherplatz auf einen Blick prüfen
Der erste Befehl ist immer df. Damit sehe ich die Belegung aller eingehängten Dateisysteme. Für mich ist das der schnellste Reality-Check.
df -h
-h steht für „human readable“. Also Größen in GB, MB und so weiter. Das spart Zeit und verhindert Denkfehler.
Wenn ich nur ein bestimmtes Dateisystem prüfen will, filtere ich die Ausgabe oft mit grep oder schaue mir direkt die Mountpoints an. Wichtig ist: df zeigt Dateisysteme, nicht einzelne Ordner.
2. Speicherplatz für Ordner analysieren
Wenn df zeigt, dass es eng wird, gehe ich mit du tiefer. Damit finde ich heraus, welche Verzeichnisse den Platz belegen.
du -sh *
Das zeigt die Größe aller Unterordner im aktuellen Verzeichnis. Für eine gezielte Analyse nutze ich meistens:
du -sh /var/*
Oder noch besser, wenn ich die größten Ordner im System finden will:
du -h --max-depth=1 / | sort -hr
Damit sortiere ich nach Größe und sehe sofort, wo ich ansetzen muss. Das ist oft der schnellste Weg, um ein volles System zu verstehen.
3. Warum df und du zusammen wichtig sind
Viele machen den Fehler und nutzen nur einen der beiden Befehle. Ich nicht. df und du lösen unterschiedliche Fragen.
df: Wie voll ist das Dateisystem insgesamt?du: Welche Ordner oder Dateien verbrauchen den Platz?
Wenn df voll ist, aber du nicht genug Platz erklärt, denke ich an gelöschte Dateien, die noch von Prozessen offen gehalten werden. Das prüfe ich dann mit:
lsof +L1
Das ist ein echter Klassiker bei Linux-Speicherproblemen.
4. Mit ncdu Speicherplatz schneller finden
Wenn ich interaktiv arbeiten will, nutze ich ncdu. Das Tool ist stark, weil es die Analyse deutlich einfacher macht als rohes du.
ncdu /
Ich kann mich durch Verzeichnisse klicken, Größen vergleichen und große Brocken direkt finden. Wenn du oft auf Servern arbeitest, ist das ein Tool, das du kennen solltest.
Falls es nicht installiert ist, lässt es sich je nach Distribution einfach nachziehen. Auf vielen Systemen geht das über den Paketmanager.
5. Speicherplatz im Home-Ordner prüfen
Wenn nur ein Nutzer ein Problem hat, schaue ich zuerst in den Home-Ordner. Dort sammeln sich Downloads, Caches, Projekte und alte Archive.
du -sh /home/*
Oder bei einem einzelnen Benutzer:
du -sh /home/deinname/*
Typische Platzfresser sind:
- Downloads
- Docker-Images
- Node-Module
- alte Backups
- große Logfiles
6. Große Dateien direkt finden
Manchmal will ich nicht den Ordner, sondern die größten Dateien sehen. Dann nehme ich find mit Größenfilter.
find / -type f -size +100M 2>/dev/null
Das listet Dateien größer als 100 MB auf. Mit dieser Methode finde ich schnell ISO-Dateien, Dumps oder riesige Logs.
Wenn ich nur in einem Bereich suche, wird es noch effizienter:
find /var/log -type f -size +50M
7. Wichtige Fragen zum Speicherplatz in Linux
Wie sehe ich den gesamten freien Speicherplatz?
Mit df -h.
Wie finde ich große Ordner?
Mit du -h --max-depth=1 oder ncdu.
Warum ist das System voll, obwohl ich Dateien gelöscht habe?
Wahrscheinlich hält ein Prozess gelöschte Dateien noch offen. Prüfe das mit lsof +L1.
Wie finde ich große Dateien?
Mit find und einem Größenfilter.
Wie prüfe ich einen bestimmten Mountpoint?
Mit df -h /pfad.
8. Praktischer Workflow, den ich immer nutze
Wenn ein Linux-System knapp wird, gehe ich immer in dieser Reihenfolge vor:
df -hausführen und den betroffenen Mountpoint identifizieren.duoderncdunutzen, um große Verzeichnisse zu finden.- Mit
finddie größten Dateien lokalisieren. - Mit
lsof +L1prüfen, ob gelöschte Dateien noch offen sind. - Erst dann aufräumen, löschen oder Logrotation anpassen.
Das spart mir Zeit, weil ich nicht raten muss. Ich arbeite datenbasiert. Genau so solltest du es auch machen.
9. Typische Fehler, die ich vermeide
- Nur auf eine Zahl schauen und den Mountpoint nicht prüfen.
duim falschen Verzeichnis ausführen und dadurch Zeit verlieren.- Systemverzeichnisse blind löschen, ohne zu verstehen, was dort liegt.
- Offene gelöschte Dateien ignorieren.
- Logs nicht rotieren und Speicherprobleme immer wieder bekommen.
10. Gute Ressourcen für tieferes Verständnis
Wenn du die Befehle im Detail nachlesen willst, sind diese offiziellen Seiten hilfreich:
Fazit
Wenn du den Speicherplatz in Linux ermitteln willst, brauchst du keine komplizierte Toolchain. df zeigt dir den Überblick, du und ncdu finden die Ursachen, und find plus lsof decken die versteckten Probleme auf. Genau so ermittelst du den speicherplatz in linux schnell, sauber und ohne Rätselraten.